Karriereberatung Coaching-Werkstatt-Berlin
Persönliches Gespräch, Coaching-Werkstatt-Berlin Reinickendorf nahe Frohnau

Einblicke in meine Coaching-Praxis

Johann T., 36 Jahre, Handwerksmeister, gewinnt wieder neues Vertrauen zu seinem Azubi ...

Johann T. führt als Schreinermeister eine kleine Werkstatt. Sein Auszubildender im zweiten Jahr, Frank, hat sich bisher interessiert und engagiert gezeigt. Doch seit einiger Zeit ist er unpünktlich, wirkt unausgeschlafen, gelangweilt. Außerdem erledigt er seine Aufgaben unzuverlässig und ist unfreundlich zu Kunden. Auch in der Berufsschule haben seine Leistungen deutlich nachgelassen. Johann T. hat ihn schon mehrfach zur Rede gestellt, aber Frank schweigt und ändert sein Verhalten nicht. Da der Schreinermeister seinen Azubi schätzt und ihm nicht kündigen möchte, bietet er ihm externe Hilfe an.

Für ein Coaching in dieser Konstellation sind drei Dinge entscheidend: 1. Frank darf sich nicht gezwungen fühlen, daran teilzunehmen. 2. Nichts von dem, das er mir erzählt, würde ich an Johann T. weitererzählen, es sei denn, es ist Franks Wunsch. 3. Frank soll sich an den Kosten des Coachings beteiligen.

Nach anfänglichem Zögern ist der Azubi bereit, die angebotene Unterstützung anzunehmen. Nachdem er gemerkt hat, dass er mir nur so viel erzählen muss, wie er möchte und zu nichts gedrängt wird, fasst er Vertrauen. In mehreren Sitzungen stellt sich heraus, dass die Gründe für sein verändertes Verhalten in seinem privaten Umfeld zu finden sind. Frank ist in eine Clique geraten, bei der hauptsächlich Partymachen angesagt ist. Und wenn man anerkannt sein will, kann die Nacht nicht lang genug sein. Welchen Einfluss sein reges Nachtleben auf seine Ausbildung und auch auf das Betriebsklima hat, ist Frank nicht klar. Unsere Gespräche helfen ihm, darüber nachzudenken, was ihm wichtig ist – und warum.

Frank ist zu dem Schluss gekommen, dass er seine Ausbildung nicht gefährden möchte. Er entschließt sich, der Partyclique fernzubleiben und sich neue Freunde zu suchen. In einem gemeinsamen Gespräch mit seinem Chef vereinbaren wir Spielregeln für Franks künftiges Verhalten mit entsprechenden Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Nach zwei Monaten ist er wieder der Alte und hat inzwischen seine Ausbildung nicht nur mit Erfolg beendet, sondern ist sogar in Festanstellung übernommen worden.

Frank: „Früher wäre mir ein Coaching peinlich gewesen. Ist aber totaler Quatsch. Frau Richter ist lustig und war die Erste, die mir keine Vorwürfe gemacht hat. Man kann ihr alles erzählen. Und meinem Chef bin ich für seine Idee, zu ihr zu gehen, auch super dankbar.“